Auf Reisen oder wenn ich so unterwegs bin, auf dem Weg Ruinen zu entdecken oder neue Locations zu erforschen, mache ich einerseits Fotos als „Notizen“, andererseits weiß ich schon ungefähr, was mich optisch erwarten wird, so daß ich mehr Equipment als nötig dabei habe, um „ordentliche“ Fotos zu schiessen, oder auch Infrarot-Photographie zu machen.

Ich kehre dann meist mit einer ordentlichen Sammlung an Fotos zurück, und hab mich früher schon ein, zwei Tage später schon mal gefragt, an welchem Ort ich dieses Foto denn aufgenommen hatte. War es dort, oder etwa schon eine Station weiter? Trotz Notizbuch und Aufnahmezeit konnte ich das Foto häufig nicht mehr örtlich zuordnen. Es konnte auch auf dem Weg zwischen zwei Stationen gemacht worden sein.

Ich besorgte mir einen GPS-Datenlogger, ein bequemes kleines Ding in der Hosentasche oder am Rucksack angehängt, das einmal voll geladen, bei Touren meine Route mitloggte, und wo ich per Knopfdruck einfach Stellen markieren konnte. So konnte ich hinterher nachvollziehen, wo ich denn überall war. Doch auch hier musste ich immer noch Notizen machen, denn Software zum Abgleich mit den Fotos gab es noch nicht. Auch dies war doch ungenau, manchmal wurde trotz Knopfdruck, die Position nicht markiert, und ich musste immer aufwendig meine Daten in einer Tabellenkalkulation aufbereiten, durchsuchen, nur um im Aufwand dazu manuell „ein paar“ Fotos zuzuordnen.

Mit den Smartphones kam dann auch die Möglichkeit, die Geo-Koordinaten mit in die Photos aufzunehmen, so machte ich zusätzlich zu den Notizen Referenz-Fotos mit dem iPhone, so daß ich Datum, Uhrzeit und Ort als Referenz hatte, aber auch das war nicht ausreichend genug, denn zu oft dachte ich: „Die Referenz hab ich ja!“, hinterher erwies sie sich doch als ungenau, so daß ich einige interessante Entdeckungen bei der Rückkehr an den Ort doch nicht so schnell wiederfand wie gedacht.

Ich stolperte dann über die Mac-Software GPSPhotoLinker, mit der sich GeoInformationen aus GPX-Dateien den Fotos zuordnen lassen. Wichtig ist hier, daß in der Kamera Datum und Uhrzeit exakt gestellt wurden, und/oder daß der Zeitunterschied, falls die Einstellung vernachlässigt wurde oder man sich in einer anderen Zeitzone befand, genau bekannt ist. Anhand der geloggten Route kann die Software den Aufnahmeort des gemachten Fotos ziemlich genau bestimmen. Später konnte diese Funktion auch iPhoto/Fotos (Aperture nur mit einem externen Programm, das über die Library lief), und seit der Version 4 auch Adobe Lightroom.

Nun bieten Dritthersteller und auch die Hersteller von Kameras Geotagging-Module für die verschiedenen Kameras an, oder haben es mittlerweile auch je nach Modell eingebaut. Allerdings sind diese Module recht teuer. Die Drittanbieter fangen bei ca. 100 Euro an, die Original-Module liegen bei 250 Euro und mehr. Dafür bekommt man auch schon ein amtliches Navigationsgerät im Fachhandel. Und auch dies kann loggen, bietet Routenplanung und Navigation.

Zum anderen ist das Kamera-spezifische Modul nicht an jeder Kamera einsetzbar und wenn man mit mehreren Gehäusen unterwegs ist, ich zum Beispiel mit meinem „normalen“ und meinem für Infrarot-Fotografie umgebauten Gehäuse, müsste für ein Foto immer das Modul an die jeweilige Kamera anschliessen. Also Modul ausschalten, anschliessen, einschalten, auf Satelliten-Empfang warten. Ziemlich umständlich, finde ich. Und auch sonstige Features wie Aufzeichnung der Blickrichtung bei der Aufnahme, etc. find ich ziemlich unwichtig.

Mittlerweile habe ich auch ein GPS-Navigationsgerät (nicht nur zum Geocaching), sondern auch so für Ausflüge, Urlaub, etc, da ich auch viel wandere, und ein handliches Navi auf Dauer günstiger ist, als laufend Wanderkarten zu kaufen. So kann ich auch Fototouren planen, und das gerät loggt die gelaufene Strecke auch mit. Das Gerät hab ich also bei solchen Touren sowieso dabei, und zu Beginn der Tour muß ich lediglich darauf achten, bei allen mitgenommenen Kameras nochmals Datum und Uhrzeit zu kontrollieren, und bin in der Wahl der Kamera unterwegs intuitiv und frei, ohne große „Umbauarbeiten“, damit das Tagging klappt. Da Navigationsgerät hängt dabei bequem am Gürtel oder am Rucksack, ähnlich wie ein günstiger GPS-Logger einfach bequem im Fotorucksack bleiben kann.

Für den Anfang tut es sicher eine Tracking-App für das Smartphone, das hat man ja meist auch dabei. Nach der Tour kann man dann den GPX-Track aus der App exportieren. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, daß die Laufzeit des Akkus hier ziemlich verringert wird, so daß am Ende der Tour nicht mehr viel „Saft“ auf dem Telefon war, und ich für Notfälle dann doch lieber ein einsatzbereites Telefon hätte.

Auch die PKW-Navigationsgeräte haben meist eine Funktion, die zurückgelegte Strecke aufzuzeichnen und haben auch einen eingebauten Akku. Dieses Gerät kann man auch bequem im Rucksack oder der Fototasche verstauen und mitnehmen.

Nachträgliches Geotaggen der Fotos

Den Fotos später die nötigen Geodaten hinzuzufügen ist relativ simpel. Nachdem ich nun meinen Ausflug und meine Fotos gemacht habe, lade ich, wieder zuhause angekommen, den Track aus dem GPS-Gerät. Danach importiere ich die Fotos in Lightroom und wähle nach dem Import alle aus, die ich geotaggen will.

Danach wechsel ich in den Modus „Karte“ und lade über „Karte“→ „Tracklog“ → „Tracklog laden…“ meine GPX-Daten ein.

Lightroom zeigt dann den Track auf dem Kartenausschnitt an.

Falls ich noch Zeitdifferenzen zwischen dem Tracklog und den Zeitstempeln in den Exif-Daten festgestellt habe, so kann ich diese unter „Karte“ → „Tracklog“ → „Zeitzonenverschiebung einstellen…“ korrigieren, indem ich hier die Zeitdifferenz einstelle.

Danach wende ich die Geodaten mit „Karte“ → „Tracklog“ → „Fotos automatisch taggen“ auf die ausgewählten Fotos an, und die Geopositionen werden zu den Fotos hinzugefügt. Fertig.

Meines Erachtens liegt der Vorteil, einen GPS-Logger einzusetzen darin, daß ich ein unabhängiges Gerät habe, mit dem ich die Geodaten aufzeichne. Wenn die Kamera einen eingebauten GPS-Empfänger hat, prima. Aber einen externen immer an das eine oder das andere Kameragehäuse anzubauen, ist mir zu aufwändig. Daher halte ich diese Lösung für flexibler, und mein Navigationsgerät habe ich inzwischen ohnehin immer dabei.