qDSLRDashboard ist ein Open-Source-Software-Paket, das mit geeigneter Hardware die Fernsteuerung diverser Kameras über WiFi erlaubt. Generell wird auf der Seite eine Firmware für den TP-Link MR3040 zur Verfügung gestellt, jedoch sollte die Software mit allen Routern laufen, die von Open WRT unterstützt werden. Aufmerksam geworden auf diese Softwarelösung bin ich über ein Video von Günther Wegener, jedoch ist der dort empfohlene Router von TP-Link kaum och aufzutreiben. Ich hatte noch einen Kingston Mobilelite G2 herumliegen, und hab es mal probiert.

Zunächst habe ich einfach mal die verfügbare Firmware nach Anleitung aus dem OpenWRT Wiki auf eine SD-Karte kopiert, den Router gebootet und OpenWRT geflashed.

Nach dem Reboot stieg die Spannung, der Router blinkte hektisch und ich ging schon davon aus, daß er nun zerflashed sei und ich wohl oder übel ein USB-Kabel selbst löten müsse, um den Router zu retten. Der war dann auch Reisen doch bequem. Aber dann war das OpenWRT-Netzwerk doch in der Liste der verfügbaren drahtlosen Netzwerke und ich konnte mich nach Verbindung über http://192.168.1.1 mit dem Webbrowser auf dem Router einloggen.

bildschirmfoto-2016-09-26-um-21-59-42 Also, OpenWRT läuft im Prinzip. Ich habe noch etwas mit der Installation herumgespielt, Parameter geändert und Konfiguration auf meine Bedürfnisse angepasst. Soweit so gut. Als nächsten Schritt galt es nun, den DslrDashboardServer (DDServer) auf den Router zu bringen und zu aktivieren.

Nachdem ich mich schlau gemacht hatte, merkte ich schnell, daß ich mit der installierten Firmware so nicht weiterkäme, um den DDServer einfach nachzuinstallieren. Also musste ich mir meine eigene Firmware komplett selbst „bauen“. Dazu brauch ich laut OpenWRT-Wiki nur eine Entwicklungsumgebung, vorzugsweise Linux, und laut einiger Erfahrungsberichte das Barrier-Breaker-Release von OpenWRT, welches die stabile Firmware zur Verfügung stellt und nicht die eventuell instabile, weil experimentelle, Firmware aus dem Chaos-Calmer-Branch. Nun gut. Klang leicht.Da ich mir ungern mein produktives System mit Erweiterung vollinstalliere, die ich nicht wirklich kenne, hab ich also in einer Virtualbox extra zum Basteln ein virtuelles System unter Debian-Linux aufgesetzt, wo ich die empfohlenen Pakete gemäß OpenWRT-Wiki installiert habe. Danach habe ich gemäß Anleitung den Source-Code von Barrier-Breaker heruntergeladen sowie die weiteren Script-Pakete zu dem Source-Code hinzugefügt. Zunächst beschloß ich, mir als erstes Experiment einfach eine Firmware ohne Schnickschnack zu bauen.

Über „make menuconfig“ habe ich also „mein“ System „Ralink RT288X/RT3XXX“ ausgewählt,
sowie als Subtyp „meinen“ Chipsatz-Typ (MT7620N) eingestellt. Als weitere Optionen wählte ich mit „Y“ „Ramdisk“ und „Squashfs“ aus.

bildschirmfoto-2016-10-03-um-20-00-34 bildschirmfoto-2016-10-03-um-20-01-06 bildschirmfoto-2016-10-03-um-20-01-43

Danach startete ich mit „make“ den Prozess. Das Firmware-Image wurde auch nach einiger Zeit erfolgreich erzeugt. Mutig lud ich dies über das Webinterface auf den Router, startete diesen neu… und wurde mit minutenlangem hektischen Blinken der Statusleuchte belohnt… Das Wifi-Netz „OpenWRT“ verschwand aus meinen verfügbaren drahtlosen Netzen, und die Statusleuchte ging wieder auf Dauerblau… Nur kein Drahtloses Netz. Hmmm…

Nachdem ich mich schon darauf eingestellt hatte, den Router irgendwie mit einem seriellen Kabel wieder zum Leben zu erwecken, laß ich, daß man zunächst einmal per LAN-Kabel sich mit dem Router verbinden soll und per telnet aufschalten. Hui. Das ging. Wifi muss erst wieder aktiviert werden, und nach Änderung einer Konfig-Datei und einem Neustart des Routers war auch das WLAN wieder verfügbar. Soweit, sogut. Mein erstes Firmware-Image war also erfolgreich erzeugt, installiert und lief.

Fortsetzung…