Ein paar einfache Tipps,die ich so gesammelt habe, für ein erfolgreiches Shooting:

  1. Trage keine enge Kleidung vor dem Shooting
  2. Mach Deine Hausaufgaben
  3. Hab Fantasie
  4. Poste keine RAWs oder Previews
  5. Präsentiere Dich im besten Licht
  6. Sei pünktlich
  7. Tagge Dein Team
  8. Verwende keine Filter auf deinen Fotos

Auf die genannten Punkte möchte ich nun ausführlicher eingehen:

  1. Trage keine enge Kleidung vor dem Shooting: Falls auf dem Shooting auch nur etwas Haut gezeigt werden soll, nicht nur (Teil-)Akt, sondern auch bedingt durch die Kleidung, trage keine enge Kleidung vor und auf dem Weg zum Shooting. Lass die coolen engen Jeans zuhause, denn der Stoff und die Nähte werden Abdrücke auf der Haut hinterlassen, die dann zusätzlich aufwendig retuschiert werden müssen. Vermeide auch Sockenränder! Komm am besten in lockerer, leichter Kleidung zum Shooting, sogar die alte Jogginghose ist völlig ok. Wird Kleidung gestellt, bring neutrale Unterwäsche mit, die sich möglichst wenig abzeichnet.
    Ebenso solltest Du am Tag vor dem Shooting früh ins Bett gehen und dafür sorgen, dass du am nächsten Tag ausgeruht zu deinem Fototermin erscheinst. Und der Tag vor dem Shooting ist auch der Tag, deinen Körper zu pflegen und die Haare zu waschen.
    Am Shooting-Tag solltest du die Haare nicht mehr waschen, da sie dann für den Haar-Stylisten schwieriger zu frisieren sind. Auch fettende Hautcremes solltest du nicht verwenden und wenn du von einer Visagistin geschminkt werden sollst, komplett ungeschminkt am Set erscheinen. Visagisten hassen es, wenn sie dich erst mühsam abschminken müssen, bevor sie mit ihrer eigentlichen Arbeit anfangen können.
    Wenn kein Visagist zur Verfügung steht und du dich selbst schminken sollst, was bei Testshootings aber auch bei Lifestyle-Shootings durchaus vorkommen kann, sprich vorher genau mit dem Fotografen ab, wie du dich schminken sollst. Im Zweifel schminke dich nur leicht und nimm deine Schminkutensilien mit.
  2. Mach Deine Hausaufgaben: Versuche Dich etwas über den Fotografen zu informieren, mit dem Du shootest. Arbeite nur mit Fotografen, denen du vertraust und nutze deinen gesunden Menschenverstand, lass Dich weder von großen Sprüchen noch von Horrorgeschichten beeindrucken. Telefoniere mit dem Fotografen im Vorfeld des Shootings und gewinne einen persönlichen Eindruck. Stell alle deine Fragen und sei erst zufrieden, wenn diese beantwortet sind. Lass dir den Modellvertrag oder das Modelrelease vorher schicken und lies es durch. Wenn der Fotograf von deiner Agentur empfohlen wurde, vertrau deiner Agentur. Wenn du deiner Agentur nicht vertraust, such dir unbedingt eine andere! Hast Du keine Agentur, frage andere Models, die bereits mit ihm geshootet haben, oder informiere Dich in den Blacklisten der Models, wer ein schwarzes Schaf ist, und wer nicht.
    Sieh Dir die einige Arbeiten des/der Fotografen an, lies seine Selbstdarstellung auf seiner Website. Initiative zeigen und sich den Fotografen genauer ansehen hat viele Vorteile, es hilft Dir vor allem, ein sicheres und selbstbewusstes Model zu sein. Falls bestimmte Fotos Dir nicht liegen und Du mit einem Fotografen shooten sollst oder willst, der dafür bekannt ist, gerne mal die vereinbarten Grenzen zu verschieben, ist dies eine Garantie für ein desaströses Shooting.
    Sich vorab etwas mit dem Fotografen zu beschäftigen zeugt von Respekt gegenüber dem Fotografen und seiner Arbeit, denn seine Zeit ist genauso kostbar wie Deine. Der Fotograf hat etwas in Deiner Sedcard gesehen, was er mochte, also solltest Du Dich auch mit seiner Arbeit beschäftigen.
    Und fühlst Du Dich unsicher, nimm eine Begleitperson mit zum Shooting. Achte hier allerdings darauf, dass Dich die Person beim Shooting nicht ablenkt oder gar stört. Ideal sind hier Leute, die sich diskret im Hintergrund halten können, oder sich etwas einbringen und eine helfende Hand beim Shooting anbieten.
  3. Hab Fantasie: Einige Fotografen haben genaue Vorstellungen, was sie wie umsetzen möchten und weisen das Model entsprechend ihre Vorstellung mit genauen Regieanweisungen an. Aber Vorstellungskraft und Fantasie zuhaben, und eigene Ideen ins Shooting einzubringen, kommt immer gut bei Shootings. Du wirst ziemlich schnell herausfinden, wie der Fotograf tickt.
    Wenn jede Deiner Posen millimetergenau korrigiert wird, mach einfach mit. Einige Fotografen arbeiten gerne so. Aber wenn Dein Fotograf offen für Ideen ist, probier verschiedenes aus. Beweg Dich, sei dynamisch. Die 100 bekannten Model-Posen sind ziemlich schnell ausgelutscht, zu oft gesehen und langweilig. Bring Deine eigenen Ideen ein und experimentiere. Also, beweg Dich!
  4. Poste keine RAWs oder Previews: Wenn ein Fotograf Dir vorab ein paar Previews oder Thumbnails schickt, veröffentliche diese nicht ohne Erlaubnis in den sozialen Medien. Manchmal wird Dir ein Fotograf unbearbeitete Previews aus dem Shooting schicken, einfach weil diese Shots sehr gut geworden sind. Aber die sind dann nur für Dich und den Fotografen zur VORANSICHT, sie sind noch nicht fertig bearbeitet und sollen wahrscheinlich so auch nicht öffentlich gezeigt werden. Tragischer noch: Die kann eine geplante Veröffentlichung der Fotos gefährden, und auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen!
    Auch wenn Du Kontaktbögen oder Thumbnails bekommst, um einen Eindruck vom geleisteten Shooting zu bekommen oder um Bilder für Dich selbst auszuwählen, halte Dich zurück, und veröffentliche aus diesen Miniaturen keine Fotos!
  5. Präsentiere Dich im besten Licht: Gute Models wissen, wie das Licht auf sie fällt, und wie sie dies am besten nutzen können. Achte im Studio darauf, wie der Fotograf das Licht einrichtet, im Freien achte auf die Sonne. NUTZE DIESE INFORMATION! Vermeide es, völlig aus dem Licht zu gehen, und vermeide es, Dinge zwischen Deinem Gesicht und dem Licht zu platzieren, sonst geht es im Schatten unter. Wenn Du nicht genau weißt, woher das Hauptlicht auf Dich fällt, frag einfach! Das zeigt Initiative, hilft Dir, den Bereich zu beachten, in dem Du Dich bewegen und wie frei Du mit Deinen Posen sein kannst.
  6. Sei pünktlich: Gib Dein bestes, um pünktlich zu sein. Schon klar, Du findest die Location nicht sofort, es ist Stau oder Bus/S- oder U-Bahn wurde aufgehalten oder Du hast den Zug verpasst. Mach Dich also nicht auf dem letzten Drücker auf den Weg, sonder gehe zeitig los, das ist nur höflich. Ein guter Fotograf macht dies genauso. Und wenn das Schicksal zuschlägt, alles schief geht, und Du Dich verspätest, dann melde Dich schnell telefonisch oder per SMS, dass Du etwas später kommst. Irgendwie scheint das trotz Mobiltelefon und zahllosen Messenger-Diensten nicht mehr state-of-the-art zu sein.
  7. Tagge Dein Team: Wenn Du Deine Fotos in den sozialen Medien postest, ist es üblich die Leute zu taggen, die an dem Foto beteiligt sind. Also tagge den Stylisten, den MakeUp-Artist/ Visagisten den Fotografen und alle anderen, die noch am Shooting mitgearbeitet haben. Teile also Deinen Ruhm mit dem kreativen Team, das beteiligt war, so macht man sich Freunde, denn man weiß nie, wann man noch einmal für ein Projekt den einen oder anderen benötigt.
  8. Verwende keine Filter auf Deinen Fotos: Der Fotograf hat eine bestimmte Vorstellung und einen bestimmten Stil, den er natürlich in die Endbearbeitung der Fotos einfließen lässt, was Arbeit und Zeit kostet. Versaue dies nicht mit einem blöden Filter, das verärgert den Fotograf und ist respektlos. Falls Dir wirklich die Bearbeitung absolut nicht gefällt, sprich mit dem Fotografen darüber, und hau nicht einfach „X-Pro II“ drüber, nur weil Du meinst, das würde cool aussehen.

 

Anmerkung: Auch wenn ich jetzt immer aus reiner Bequemlichkeit „der Fotograf“ geschrieben habe, so meint dies natürlich auch die Fotografinnen.