Kreative Photographie – Teil 10: Objektive

Telebereich

Ab 65mm bei Vollformat-Kameras befinden wir uns im Telebereich, d.h. ferne Objekte werden nah dargestellt, wie bei einem Fernglas, dafür verkleinert sich bei steigender Brennweite der Bildwinkel immer mehr. Ein weiteres Problem ist die Schärfe bei steigender Brennweite, sowie auch bei großen Brennweiten ein lichtstarkes Objektiv zu bauen. Erinnern wir uns an die Faustregel, daß man eine Belichtungszeit wählen sollte, die höchstens so lang wie der Umkehrwert der Brennweite ist, so sollte man mit einem 100mm-Objektiv Freihand längstens mit 1/100 Sekunde belichten, ein 200mm-Objektiv mit 1/200 s, ein 500mm-Objektiv mit 1/500 s, usw.

Dazu kommt, daß der Tiefenschärfebereich mit steigender Brennweite immer kleiner wird. Hier können sich Fehler in der Linsenkonstruktion schnell auf die Abbildungsschärfe auswirken, und wer ein Teleobjektiv zur Tierfotografie wählt, daß erst ab Blende 8 taugliche Ergebnisse liefert, der wird schnell an seiner Wahl verzweifeln.

Man sieht also, wenn man ein gutes Teleobjektiv bauen will, so sollte man aufgrund der Lichtstärke größe Linsendurchmesser wählen, wo bei der große Durchmesser hohe Herausforderungen an die Produktionsqualität stellt. So wird einem schnell klar, wieso sich lichtstarke und sehr scharfe Teleobjektive schnell preislich in der Liga mit einem Kleinwagen wiederfinden.

Bei der Portrait- und People-Fotografie bewegt man sich im Telebereich meist im Bereich zwischen 70 und 135mm. Längere Brennweiten sind beliebter in der Sport- und Tierfotografie oder anderen Spezialanwendungen. Ich persönlich habe mein 100-400mm Objektiv (das ich meinte, unbedingt haben zu müssen), vielleicht dreimal benutzt, einmal davon zu ausprobieren, und es dann verkauft. Ich besitze noch ein 70-200mm Teleobjektiv, daß ich allerdings fast ausschliesslich nur für 70-100mm verwende. Meiner Erfahrung nach ist es eher so, daß Telefotografen eher keinen Wert auf Weitwinkelobjektive legen, und umgekehrt.

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