Durch Einstellen der Belichtungszeit, der Blende und der Lichtempfindlichkeit haben wir also die Belichtungsregelung komplett in der eigenen Hand. Die optimale Belichtung liegt immer bei einem bestimmten Lichtwert, meist angegeben in EV (=Exposure Value), den die Kamera mit ihrem internen Meßsystem oder wir mit unserem Belichtungsmesser eingemessen haben, und aus unsere Vorstellung vom Foto hin eingestellt haben.

Will ich nun eine Komponente ändern, muß ich eine andere Komponente anpassen, um wieder den „korrekten“ Lichtwert zu erreichen.

Ein Beispiel: Bei Blende 5.6, ISO 200 haben wir eine Belichtungszeit von 1/250 Sekunde gemessen, um das Foto korrekt zu belichten. Das Foto soll jedoch offenblendig fotografiert werden, um das Motiv schön vom Hintergrund freizustellen, daher soll mit Blende 2.8 fotografiert werden. Dies kann dadurch erreicht werden,daß bei Blende 2.8 das Foto mit 1/500 Sekunde belichtet wird: Öffnet man die Blende, muß man die Belichtungszeit verkürzen.

Soll jedoch auch die Belichtungszeit bei 1/250 Sekunde bleiben, weil so der sich bewegende Hintergrund ausgeglichener abgebildet wird, so ist die Lichtempfindlichkeit auf ISO 100 zu verringern.

Umgekehrt gilt natürlich auch verringere ich die Belichtungszeit, muß ich die Blende weiter öffnen oder die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Benötige ich mehr Lichtempfindlichkeit, muß ich die Belichtungszeit verkürzen und/oder die Blende weiter schliessen. Durch die 1/3-Schritte in den einzelnen Parametern sind hier natürlich Kombinationen möglich, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

In Situationen, wo trotz der Steuerungsmöglichkeiten das Foto überbelichtet werden würde, muß dann die einfallende Lichtmenge weiter reduziert werden. Hat man hier keine künstlichen Lichtquellen im Einsatz, die man regeln kann, so kommen hier meist Graufilter zum Einsatz, die die Belichtungszeit verdoppeln, vervierfachen bis hin zu vertausendfachen, auf die farbliche Abbildung der Umgebung jedoch fast neutral einwirken durch ihre Graufärbung.

Durch den Einsatz eines Graufilters gewinnt man also wieder Belichtungsspielraum.


Abbildung 1:„Cheatcard“ von Daniel Peters (http://www.hamburger-fotospots.de)

Bei Situationen, in denen das Foto trotz Belichtungssteuerung unterbelichtet sein wird, bleibt einem nichtsweiteres übrig, als durch den Einsatz weiterer (künstlicher) Lichtquellen für mehr Licht zu sorgen.

Ein sehr gutes Hilfsmittel für die Belichtungsregelung ist die „Cheatcard“ von Daniel Peters, die man sich bei http://www.hamburger-fotospots.de herunterladen kann.