Neben der Belichtung ist das für ein Foto verwendete Objektiv ein wichtiges Merkmal der Bildgestaltung. Zunächst einmal gibt es 2 Bauarten von Objektiven, die Festbrennweite und die Zoom-Objektive mit variabler Brennweite. Und man teilt Objektive abhängig von ihrer Brennweite in die Typen Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektive ein.

Festbrennweiten haben den Vorteil, daß alle Komponenten aufeinander optimal abgestimmt werden können, um so eine bestmögliche Abbildungsqualität zu erreichen, bei Zoomobjektiven mit variabler Brennweite müssen zwangsläufig Kompromisse eingegangen werden, was sich in der Praxis meist durch einen Verlust an Lichtstärke und Schärfe bemerkbar macht. Hier sollte man bei der Auswahl auch sicher drauf achten, daß man bei einem Zoomobjektiv den Brennweitenbereich nicht verlässt, also macht die Auswahl eines Weitwinkelzooms von 18-35mm oder die Auswahl eines Telezooms von 100-300mm mehr Sinn, als die Anschaffung eines Universalobjektivs mit einem Brennweitenbereich von 24-105mm.

Brennweitenbereiche

Für die Brennweitenbereiche beziehe ich mich immer auf das sogenannte „Vollformat“, also das Aufnahmeformat, bei dem die Sensorgröße mit 24x36mm dem Kleinbildfilm entspricht. Für andere Formate lassen sich die Brennweitenbereiche entsprechend des Formfaktor entsprechend ausrechnen, alle Faktoren kann ich beim besten Willen nicht angeben, für bestimmte Kameratypen findet sich bestimmt die benötigte Information im Netz.

Die Umrechnungsfaktoren bei APS-C zu Vollformat, wenn man ein Vollformat-Objektiv an einen APS-C-Body anschliesst, sind bei Nikon 1,5 und bei Canon 1,6. Bei Micro-4:3 beträgt der Verlängerungsfaktor sogar 2.

Möchte man also die angegeben Brennweitenbereiche umrechnen, so muß man die angegebene Brennweite nur durch den für seine Kamera gültigen Verlängerungsfaktor teilen. Im Übrigen muß dieser Faktor auch auch die gewählte Blende angewandt werden, denn durch die Änderung der belichteten Fläche ändert sich nun einmal auch die Tiefenschärfe, die Physik läßt sich nicht betrügen.

Weitwinkel

In dem Bereich bis 40mm spricht man von einem Weitwinkelobjektiv, der Blickwinkel auf das Motiv ist weiter als der unser Sichtfeld, Objekte werden kleiner dargestellt, als sie uns erscheinen und auch der Bereich bis knapp vor dem Objektiv wird mit auf dem Foto abgebildet.

Im Brennweitenbereich unter 24mm kommt man in den Extrem-Weitwinkelbereich, hier läuft man sogar schon Gefahr, eine eventuell aufgesetzte Gegenlichtblende oder einen vorgeschraubten Filter mit auf das Foto zu bekommen.

Verkürzt man den Brennweiten bereicht weiter, so kommt man im Bereich unter 16mm in den Bereich eines Fischauges, bei Brennweiten unter 10mm in den Bereich eines Superfischauges, hier ist es sogar möglich, den Bereich, der hinter der Kamera ist, mit auf das Foto zu bekommen.

Allerdings sind Superfischaugen bis Extremweitwinkel schon eher im Bereich Effektfotografie angesiedelt, und die Fotos gewöhnungsbedürftig und werden bei Serienaufnahmen auch schnell langweilig, da sich hier der Nachteil der Weitwinkel-Fotografie bemerkbar macht: Gerade Linien werden gekrümmt abgebildet und je kürzer die Brennweite, desto ausgeprägter wird die Bildwölbung sichtbar.

Mit dem Weitwinkelobjektiv lassen sich jedoch nicht nur Landschaftspanoramen perfekt abbilden, sondern es lassen sich auch dramatische Effekte erzielen, da die Objekte, die dicht vor dem Objektiv sind, extrem groß abgebildet werden und sich die Fluchtlinien nach hinten optisch verlängern. Je nach Motiv geht dies ins humoristisch-Clowneske, oder man spendiert dem Model extrem lange Beine, oder konzentriert sich bei der Aufnahme des Oldtimers auf den geschwungenen Kotflügel und hat trotzdem das gesamte Auto auf dem Foto.